Archive for the ‘wir schauen kunst auch für sie.’ Category

Wenn aus Haltung Schaum wird

Mittwoch, Mai 28th, 2008

Tüv

Im Cuba Cultur in Münster kann man eine gelungene Reflexion darüber sehen, was es heute ausmacht Künstler zu sein. Der Ernst, mit dem damals in Bern die Attitüden Form wurden, wird hier zu Schaumparty. Als erstes mal heißt es scheinbar, dass man sich von seinen Überzeugungen verabschiedet und aus diesen Schaum und Seifenplatzen werden lässt. Seifenplatzen eines Ruhmes der sich in irgendwelchen Bestenlisten von omminösen Magazinen wie Capital - sprich in den Sprachrohren des Klassenfeindes- äußert. (more…)

Der Bau

Dienstag, September 11th, 2007

leben im bau

// Andreas Clausing
September 2007

Textschnitt 4: Der Bau (Tassilo Sturm)

Zuerst das eine: Es hat keine Räume. Es hat Nischen, Endpunkte, ein Kohlen-Lager-Loch (wo statt Kohlen lagern, ein Gerät pixelt), hat mächtige Stufen, Gänge, Winkel-Gänge, in denen nicht gegangen werden kann, und irgendwo oben ein gefrorenes Lager, mit einem Tisch, unter dem niemand seine Füße schieben kann. Hier ist es ein gefrorenes Turmzimmerchen, bleibt aber ein Raumzitat, ein Raum-Museum. (more…)

WochenKlausur ergänzt die Künste durch soziale Interventionen

Dienstag, September 11th, 2007

//Ulrike Ritter

Realo-Kunst
WochenKlausur ergänzt die Künste durch soziale Interventionen

WochenKlausur lassen nicht zufällig in ihrem designerisch angefärbten Namen aus zwei großgeschriebenen Substantiven auch lateinische Ernsthaftigkeit anklingen. Tatsächlich wird hier Arbeit signalisiert, man könnte fast sagen: Tagungsort - Bitte nicht stören. Von einer Ausstellung war so während des jüngsten Projektes in Augsburg wenig zu sehen. Aber WochenKlausur ist eine KünstlerInnengruppe. Seit dem ersten Projekt 1993 in Wien (more…)

Say IT ISN`T So

Sonntag, Juni 3rd, 2007

installation view

// dju

SAY IT ISN’T SO
Naturwissenschaften im Visier der Kunst

Misst man SAY IT ISN’T SO an ihren eigenen Ansprüchen, kann der Besucher sehr zufrieden sein. So möchte die aktuelle Ausstellung im Weserburg Museum Bremen keine Annäherung der Kunst an die Wissenschaft forcieren, sondern eher ein Spiegel des aktuellen Kunstdiskurses sein, der eher auf ein Nebeneinander der beiden Disziplinen hinausläuft. Die umfangreiche Schau wirkt fast (more…)

Der lange Hals der Erkenntnis

Donnerstag, Mai 31st, 2007

möbus

//nina

Klein aber fein könnte man (ja, könnte man fast) von Christiane Möbus’ Ausstellung „Auswanderer“ sagen. In einem Raum versammelt befinden sich 16 Objekte, von Möbus selbst zusammengestellt und konzipiert, wie auch der Titel der Ausstellung. Dem kleinen Begleitheft kann man entnehmen das „eindeutige Interpretationen oder vertraute Sinnzusammenhänge“ nicht festzumachen sind, sondern „vielmehr bleiben die Dinge in der Schwebe, in Bewegung. […] In diesem Sinne kreisen die künstlerischen Absichten von Christian Möbus um das Nichtbestimmbare, Uneindeutige“….usw. undsofort geht der Tenor, von nicht fixierbaren Andeutungen bis zu widersprüchlichen Ebenen ist die Rede und natürlich dürfen auch die Schlagwörter ironisch und hintergründig nicht fehlen. Kurz und gut, wir kriegen Alles und Nichts, dürfen schön viel interpretieren, alles ist offen. Die Werke selbst weisen durchaus interessante ästhetische Aspekte auf, aber gerade die „nicht festzumachenden Sinnzusammenhänge“ verleihen die Austellung einen etwas faden Geschmack (evtl. hätte die Führung mehr Klärung gebracht? Wer weiss.). Fazit, auch wir bleiben zusammen mit der Giraffe in der Schwebe und verweigern uns fixierbaren empfehlenden Andeutungen.
Christiane Möbus „Auswanderer“, Neues Museum Nürnberg, zu sehen noch bis zum 17. Juni.

This Place is my Place - Begehrte Orte

Dienstag, März 6th, 2007

This Place is my Place - Begehrte Orte
Kunstverein Hamburg, 27. Januar bis 06. Mai 2007

Yael Bartana, Ursula Biemann, Armin Linke, Dan Perjovschi, Marjetica Potrc, Sean Snyder

//dju

Als erstes fällt auf, dass der Kunstverein den Zugang zu den Erdgeschoss-Räumen versperrt hat - um diese zu betreten muss man das Gebäude verlassen und umrunden. Wir gehen, den Erklärungstext ignorierend, in den 1. Stock zur Hauptausstellung. Die große Wandarbeit von Dan Perjovschi im Eingangsbereich kann uns nicht gerade überzeugen, und Yael Bartana verschiebe ich auf später, da gefiel mir schon die Einzelausstellung im Sommer nicht besonders. Im mittleren Bereich befinden sich die Arbeiten von Armin Linke und Marjetica Potrc. Letztere verarbeitet die in Prishtina/Kosovo wildwuchernden Architekturstile als Sinnbild eines zerfallenen Staates - und einer zerfallenden Moderne. Ihr Objekt “Prishtina House” ist zudem auf autonome Energieversorgung angelegt und wirkt gleichzeitig künstlich und authentisch. Man würde den Generator gern selbst anwerfen. Wie sich der Hintergrund der Arbeit einem durchschnittlichen Besucher erschließen soll bleibt allerdings im dunklen. Hier wäre mehr Vermittlung(tm) vonnöten. (more…)