Archive for the ‘das offene Kunstwerk stadt’ Category

Praxis für kunstpathologische Störungen eröffnet

Dienstag, Mai 18th, 2010

sitzung mit patient sitzung mit betroffen

Die Praxis für kunstpathologische Störungen wurde am 17.05. 2010 am Hafenweg 28 in Münster erfolgreich eröffnet. Sie versteht sich als ein Hilfeangebot für Betroffene, die an Kunst leiden.
Ein besonderer Schwerpunkt ihrer therapeutischen Arbeit liegt auf verschiedenen Gesprächsangeboten für Künstler, um diese von der wahnhaften Vorstellung zu befreien Kunst produzieren zu müssen und ihnen bei der aktiven Überwindung ihres Zwanges Kunstwerke auszustellen zu helfen. Sie werden bei der sinnvollen Strukturierung ihres Alltages unterstützt, um sie so wieder in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen zu ermöglichen, ein normales und selbst bestimmtes Leben zu führen.

Vonne Kunst so richtig auf Fresse

Freitag, August 21st, 2009

verfolgungsjagd zwopunktnull - xxcrew verfolgungsjagd zwopunktnull comic von y. zopf verfolgungsjagd zwopunktnull - xxcrew

Fotos: R. Emmerich

Der Titel dieses Post sagt alles, da beschäftigt man sich intensiv damit, klischeehafte Rollenbilder von Kunst und Künstlern zu demontieren und wird während der postmalerischen Aktivität des Balljungen in der Carrerabahninstallation von den gewitzten Rezipienten auch noch genau darauf angesprochen: “Ist das den die Aufgabe des Künstlers Balljunge zu sein?” “Na Klar, wenn man stereotype Muster von Kreativität durchbrechen will, bleibt einem selten was erspart.”

verfolgungsjagd zwopunktnull verfolgungsjagd zwopunktnull verfolgung-detail.jpg

Und dann rekontexturiert man noch, zertrümmert immer wieder die Signifikantenkette, um sie dann zu remixen und neu mit Epoxid zusammenzukleben. Steve McQueen in ein neues relational ästhetisches und intermediales Textgewebe einzufügen, damit wir weg von dem Fetisch an der Wand oder dem Sockel kommen und hin zu ludistisch orientieren Beziehungsmodellen unseres Sozialen Raumes. In welchem wir neue Interaktionsmöglichkeiten unseres Miteinanders im laborartigen Schutzraum, genannt “Kunst” , testen können. Mit einen Wort: ich bin voll auf Fresse..

Video von T. Sturm:


Und das meint Heike Eickhoff von der WN.

Im Rahmen von Zukunftsmusik gefördert durch: nrw.jpg

und unterstützt von: kulturamt.gif

in rocking motion

Donnerstag, Mai 21st, 2009

girlie jason?
//ob

in rocking motion oder jason rhoades als mädchen? peggy franck verwandelt den temporären ausstellungsraum des westfälischen kunstvereins in ein ästhetische müllhalde und spielt mit allerlei referenzen und verweisen aus der kunstgeschichte. der prägendste eindruck lautet in etwa so: anna oppermann hat ne barocke phase, zieht einen durch und trifft im örtlichen club auf diter roth und jason rhoades.
an oppermann erinnert zu allererst das spiel mit den räumlichen ebenen und denen in der wahrnehmung des geneigten betrachters. hinzu kommt ein spiel mit verschiedenen verweisen aus der geschichte der malerei, da tritt der duktus einmal “wirklich” malerisch zu tage und ein anderes mal wird er mit gaffatpes geklebt, ein durch und durch ironisches spiel setzt hier ein, dass sich fortsetzt im ludistischen umgang mit dem begriff der identität, der schönheitsklinik(dazu diente das gebäude vorher) und dem spieglein, spieglein an der wand, welches dann auch gerne mal zertrümmert am boden liegt oder vor dem ein hocker auf die künstlerin oder den betrachter wartet. in spiegeln projezieren sich auch die einzelnen teile des ausstellung gegenseitig und vervollkommen so das spiel mit den wirklichkeitsebenen, in dem der verwirrte rezipeint kaum noch weiss, wer er selber ist. und das ganze sehr gekonnt und ästhetisch gewittlert. auf jedenfall einen besuch wert.

und was liest denn du so?

Montag, April 6th, 2009

generative lyrik im raum

fotos (c) ralf emmerich

“was liest ist denn du so?” “sag ich nicht.” so kommt es uns vor wenn wir durch die ausstellung “generative lyrik” schlendern, immer auf der suche nach input und erkenntnis - bildungsbürgerlich wie wir so sind. doch hier wird sich dieser erwartungshaltung verweigert. die bücher liegen mit dem frontcover zum boden, die texte sind stark fragmentiert, ausgeschnitten, scheinbar ohne zusammenhang und die homogenität der textbilder an der wand rührt nur von ihrer form her. die form scheint hier nicht dem inhalt untergeordnet zu sein. und die form ist spielerischer, postmoderner minimalismus. und zack, da sehen wir in einem textfragment den begriff minimalismus aufblitzen. gierig stürzen sich unsere augen auf dieses bekannte puzzleteil, da, ein weiterer begriff den wir zu kennen meinen: link. allmählich kommt ein wenig klarheit in unser umnebeltes hirn.

generative lyrik im raum

dann lesen wir noch ein paar namen der üblichen verdächtigen, wie derrida und versuchen im fortwehenden nebel unser postmodernes, poststrukturalistisches hirn neu zu formatieren.
der inhalt ist nicht ganz egal, aber dominiert nicht die form. gut. weiter. die form greift auf infantile art den minimalismus auf. aha. benutzt aber heutige, billige alltagsmaterialien, keine edlen, polierten materialen ala donald judd. hm. im text tauchen verweise und referenzen auf. der text reflektiert minimalismus. der text verweist auf text. als kitt der alles zusammen hält, spiegelt sich hier die auseinandersetzung mit kunst auf formaler , wie inhaltlicher ebene. these: die form und der inhalt durchdringen sich gegenseitig und wollen letztenendlich nichts anderes sein als in eine ästhetische form gebrachte selbstbezügliche philosophische praxis. ein musterbeispiel angewandter ästhetischer praxis, bereich infantiler minimalismus. diese ganzen anregeungen verdanken wir pascal unbehaun, den wir in unserem ponystall auch schon mal zu beherbergen die ehre hatten.

pascal unbehaun - generative lyrik

noch zu sehen zu sehen bei
:
cuba cultur
achtermannstrasse 12
48143 münster
bis zum 24. mai

der traum von geregelter arbeitszeit

Dienstag, Februar 3rd, 2009

at work - der kreative akt

wie schön wäre es doch, zu fest geregelten arbeitszeiten ins büro zu gehen und ein wenig struktur im leben zu haben. ein fest umrissendes jobprofil zu besitzen und sich einfach danach richten zu können. nach der arbeit dann zufrieden nach hause zu fahren und die freizeit mit der familie zu geniessen. herrlich. also begann ich mir eine entsprechende stelle zu suchen. leider wurde ich aufgrund der momentanen krise nicht fündig und beschloss so, mir selber eine entsprechende stelle mit klaren arbeitzeiten und aufgabenfeldern einzurichten:

wer kennt nicht das schlechte gewissen, dass einen befällt, wenn man die süddeutsche oder faz von vortag noch ungelesen auf dem küchentisch herum liegen sieht oder gar die “zeit” von letzter woche noch nicht einmal angefangen hat? deshalb beschloss ich, meinen gestressten mitmenschen das schlechte gewissen abzunehmen und stellvertretend für sie die zeitung zu lesen. ich würde ihnen die bürde nehmen, indem ich mich während der arbeit ganz der zeitungslektüre hingab. damit würde ich ihnen ermöglichen, sich besser zu fühlen, da ja nun das schlechte gewissen angesichts der ungelesenen informationsberge entfiele. nun wäre ja jemand da, der sich für sie opferte und diese zeitfressende aufgabe für sie übernähme. ein sinnvoller job, ein ethischer job, in der tat.

gelitten unter der zeit

wie sieht nun das daraus resultierende jobprofil genau aus?
der leser packt jeden morgen kurz vor elf seinen koffer mit thermoskanne und butterbrotskiste, dann geht er ab zur maloche, diese besteht darin von 11 - 14 uhr diverse zeitungen zu lesen und diese nach getaner arbeit abzustempeln und die titelseite des entsprechenden blattes an die wand der ausstellungsraumes zu kleben. so ensteht ein fortlaufende erfassung des arbeitsprozesses. leider ist diese stelle auf fünf tage befristet. danach muss der leser sich wohl nach was neuem umsehen? und ev. aushilfen anstellen, da der informationsflut alleine nicht mehr beizukommen ist?

ort und termine

gefördert durch: gefördert durch das kulturamt der stadt münster
mehr zum projekt.

Abgründige Oberflächen oder ihr seit nur Dönerliferant

Donnerstag, Juli 10th, 2008

zertifikat
// ob

Zunächst wollen wir ma festhalten, dass die derzeitige Ausstellung im Förderverein aktuelle Kunst: “Abgründige Oberflächen” von Franz Schmidt und Sebastian Hein formal ansprechend und auf professionellem “handwerklichen” Nivaeu daherkommt. Leider führt dies dazu, dass sie auf uns als ungezwungene Betrachter etwas spröde und humorlos wirkt. Na gut, Kunst is ja kein Spaßding und weder Comedy noch Kabarett, allerdings hat Humor immer etwas angenehm Dogma zersetzendes und antitotalitäres. Eventuell entzieht sich der Humor aber auch unserem ungeübten Auge, da er nicht in schenkelklopfender Weise dahertrampelt, sondern stattdessen subtil ist? Überhaupt gibt sich die Ausstellung mit ihrer Absage an die sinnesfreudige Spassgesellschaft ziemlich streng und intellektuell.
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Was würden die normalen Leute jetzt sagen?

Donnerstag, Juni 5th, 2008

tüv siegel

//ob

Diese nette kleine Frage, die sich BenX gerne immer mal wieder stellt, lohnt es im Zusammenhang mit der Ausstellung “Black Hole / Cube” von Niemann & Karimi im Förderverein Aktuelle Kunst einmal durch zu spielen. Die Problematik ist wahrscheinlich jedem bekannt, der mal auf einem Schützenfest in engeren Kontakt mit der Landjugend getreten ist. Was würden sie denn sagen, die normalen Leute, wenn sie in dieser Installation stehen würden? Schwer zu sagen, deshalb wollen wir uns mal verstellen.
Würden sie wirklich, wie in der Installation in einem ironischen Stereotyp vom Mann auf der Strasse behauptet, mit dem Herzen urteilen. Oder würden sie, wie an gleicher Stelle, vom scheinbar intellektuellen Fachpublikum der Institutionen behauptet, kritisch urteilen? Schlüpfen wir nun in unsere Rolle, denn das ist ja etwas, was der Künstler( und das sind wir ja jetzt, siehe hier) stellvertretend für uns machen kann: neue Rollen exemplarisch ausprobieren und vorzuleben.
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A Walk in the Park, A Step into Art

Mittwoch, Juni 4th, 2008

geprüft

//ob

Im Westfälischen Kunstverein kann man diese Woche noch die Ausstellung “This Place is Close and Unfolded” von Martin Boyce bewundern. Der geneigte Rezipient wird eingeladen in einer artifiziellen Parklandschaft zu lustwandeln. (more…)

Datingstress

Montag, Juni 2nd, 2008

komm küssen

// ob

Das scheint eine der Thematiken, die momentan die Künstler umtreiben. Jedenfalls hat Tassilo Sturm für den Fall, dass das mit dem Date dann doch noch klappen sollte, schon mal eine Art romantischen Sternenhimmel im Foyer des Stadttheaters Münster installiert. Unter diesem schwebt eine Mischung aus Alien und Sputnik in einem Netz. Was als eine Metapher für die in der Liebe und Beziehungen gefangenen Menschen gelesen werden kann. Angenehm aufgefallen ist uns der Gebrauch von LoTec Materialien, der noch dazu mit in einer DIY-Ästhetik daherkommen. Es muss nicht eben nicht immer die Glitzerwelt des Plexisandwiches sein. Und auch nicht Wagner.
Der Profi-Betrachter meint das und was ein anderer denkt findet sich hier.

Video: hier clicken.

Tassilo Sturm - Rendevouzprobleme
07. Mai - 26. Juni 2008

Während der Vorstellungzeiten
Städtische Bühnen Münster
Neubrückenstraße 63
48143 Münster

Die kleine Ausstellungshalle in unserer Stadt

Samstag, Mai 31st, 2008

schlumpfhausen wird siegen

//ob
Die kleine Ausstellunghalle zeigt “Superpositionszustand” von Markus Hahn - zu finden unter Club 69. Und greift auf unaufgeregte Art und Weise die Verflachung unserer Welt auf. Ev. sind wir wirklich auf einer Flugscheibe unterwegs und wissen es nicht? In der Ausstellung wird anhand eines symbolischen Transfers von Muenster(Texas) nach Münster (Westfalen) die fortschreitende Entortung deutlich gemacht. Die blaue Murmel hier wird immer mehr zu einem homogenen Themenpark, in dem für wirkliche Alternativen kein Platz mehr bleibt. Orte und Räume werden zu Unräumen, die immer weniger Ortspezifisches an sich haben. (more…)