// oliver breitenstein
Arthur C. Danto behauptete in einem 1964 veröffentlichten Artikel, dass Kunst zu ebendieser dadurch werde, dass sie als Kunst wahrgenommen werde. Man müsse sie also in den Kunstkontext versetzen. Er schrieb, dass es etwas, „eine Atmosphäre künstlerischer Theorie, ein Wisssen von der Geschichte der Kunst: eine Kunstwelt“, nötig sei, damit etwas als Kunst angesehen werden könne.
20 Jahre später formulierte er die folgende Frage: wie man ohne Theorie eine bloße Leinwand, eine quadratische Bleiplatte, einen schräg stehenden Balken oder eine fallengelassende Schnur als Kunstwerk ansehen könne? Diese Frage sei eventuell in der ganzen Kunstwelt schon gestellt worden, ihm jedenfalls sei sie in der Ausstellung von Andy Warhol 1964 in der Stable Gallery endgültig bewußt geworden, als die Brillo Box tatsächlich die Frage stellte, warum sie ein Kunstwerk sei, wenn doch etwas anderes, das genau so aussah, keine Kunst war.
Damit schien ihm die Kunstgeschichte an einem Punkt gelangt zu sein, an dem sie sich ihrer eigenen Philosophie zu stellen hatte. Sie sei als Kunst so weit gegangen, wie man nur hätte gehen können. Indem sie sich nun der Philosophie zuwandte, sei die Kunst an einem Endpunkt angekommen von dem an Fortschritt nur noch auf einer Ebene abstrakten Selbstbewußtseins möglich sein würde, welches allein der Philosophie entspreche. Wollten Künstler an diesem Fortschritt teilhaben, hätten sie völlig andere Studien zu treiben als jene, auf die sie von Kunstakademien vorbereitet worden seien. Sie müssten Philosophen werden.
1* vergl. joseph kosuth “art after philosopy” , artforum international, 1969