Archive for the ‘per anhalter durch die kunstwelt’ Category

das ist kunst! fakten, fakten, fakten

Freitag, März 2nd, 2007

neulich, im büro

(c) büro

// oliver breitenstein

Bruce Nauman mietete sich am Ende seines Studiums ein Atelier, weil er glaubte , ein Künstler müsse ein Atelier haben, wie ein Arzt oder Anwalt eine Praxis.

Damit war er bei der Frage, was ein Künstler eigentlich tue angelangt? Was denn rollengerechtes Verhalten für einen Künstler sei?
O-TON: „Wenn Du Dich für einen Künstler hältst, der in einem Atelier arbeitet, (…) dann sitzt Du auf einem Stuhl und läufst herum. Und dann taucht wieder die Frage auf, was Kunst sei. Und Kunst ist, was ein Künstler tut, eben im Atelier herumsitzen.“

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der tag, an dem die originalität starb und alle künstler weinten um sie.

Donnerstag, Februar 1st, 2007

ok, zurück in die zukunft, wir reisen per anhalter nach new york, ungefähr um das jahr 1980.
nachdem die konzept kunst und co die 70 jahre berherrscht haben, sieht es so aus als seien sie gescheitert. die totgesagte malerei beginnt sich neu zu formieren. Leute wie julien schnabel oder die neuen wilden, zu deren umkreis auch die medienmafia zählen dürfte, beherrschen in ausstellungen wie zeitgeist oder auch der documenta 7 (1982)von rudi fuchs das geschehen. die documenta wird in der arbeit “ölgemälde, hommage a marcel broodthaers” von hans haacke entprechend kommentiert.
jedenfalls ganz gallien, äh, das ganze bertriebssystem kunst scheint die rückkehr der malerei zu feiern, im scheinbaren gewand der postmoderne, das aus allerlei zitaten ein pastiche bildet, und nur ein kleines clübchen von intellektuellen um die zeitschrift “october” und die galerie metro pictures leistet tapfer widerstand. in einer engen zusammenarbeit zwischen kritikern, theoretikern und künstlern( zum beispiel douglas crimp(die ruinen des museums)*1, rosalind krauss(die originalität der avantgarde und andere mythen der moderne*1), buchloh, levine, lawler, prince, sherman, mccollum). (more…)

dada da ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht?

Donnerstag, Februar 1st, 2007

duchamp
l’ art est moi. m. duchamp

// oliver breitenstein

dada ist ein geisteszustand deshalb verwandelt es sich je nach rassen und den ereignissen.

tristan tzara, vortrag auf dem dada kongress 1922 in tristan tzara ” dada 7 manifeste” 3. erweiterte auflage hamburg, 1984

dada(dada alternativer verweis) als bewegung entstand ca 1916 in zürich und new york. von da aus breitete es sich weltweit aus. dada war das aufbegehren, die revolte gegen das bestehende kunstsystem , inklusive seiner theorien und konzepte.

in zürich traf sich ein zirkel von intellektuellen und künstlern in dem von hugo ball 1915 gegründeten lokal “cabaret voltaire”. ball selber stammte aus deutschland und hatte dort kontakt mit den künstlern der gruppe des blauen reiters (ua klee/kandinsky). ball veröffentlichte bald darauf(1916) die gleichnamige zeitschrift, welche als erste dadaistische publikation gilt.
dazu richard huelsenbeck:

dada wurde im frühjahr 1916 in zürich von den herren hugo ball, tristan tzara, hans arp, marcel janco und richard huelsenbeck in einer kleinen kneipe, dem cabaret voltaire, gegründet.

huelsenbeck schreibt weiter:
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fluxus

Donnerstag, Februar 1st, 2007

pony knipst die kunst aus
art: robert porth

// oliver breitenstein

wir reisen mal wieder durch den realitätstunnel in die 60 er jahre. es findet wieder mal ein versuch statt, dada traditionen auf internationaler ebene aufleben zu lassen. dieser aktuelle nennt sich fluxus. bei diesen neuen form handelt es sich um den versuch, die kunst letztendlich im alltag, im leben aufzulösen*1. dabei stehen prozesse und handlungen im vordergund, es geht also nicht darum ein meisterwerk zu schaffen. statt desen ist eben alles fließend, nicht in eine feste form gezwungen. sympathisch, ne?
fluxus bemüht sich auch mal wieder darum, die schubladen zwischen den kategorien der kunst(kunst/theater/musik usw) zu durchbrechen und auch das publikum einzubinden.

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konzeptuelle kunst

Donnerstag, Februar 1st, 2007

pony auch nicht

// oliver breitenstein

mit unserem nächsten lift springen wir nach bern und hoffen noch rechtzeitig zu der ausstellung ” when attitudes become form -live in your head” (wenn haltung gestalt annimmt- jetzt in deinem kopf) seit geraumer zeit von harry (harald szeemann) in der kunsthalle vobreitet wird. diese ausstellung war in mehreren bereichen wichtig, zum einem ist da die person harald szeemnann, der danach den berufsstand des freien kurators in leben ruft und seine “agentur für geistige gastarbeit” gündet, sein “museum der obsessionen” vorantreibt und die biennale in venedig mit seinem “appertutto” wiederbelebt. aber wieder zurück ins jahr 1969. szeemann reist durch die welt um eine neue kunst zu entdecken, eine kunst die sich vor allem durch konzepte, prozesse, situationen und information kennzeichnet.
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die idee und das retinale

Donnerstag, Februar 1st, 2007

// oliver breitenstein

wir lesen in dem werk “konzeptuelle Kunst”, dass 1957 der Kritiker Leo Steinberg Robert Rauschenberg angerufen habe, damit er ihm die ausradierte de Kooning Zeichnung erläutere, über die er Gerüchte gehört hätte, habe er gefragt , ob Rauschenberg es besser fände, wenn er sie tatsächlich sehen könne. Rauschenberg hielt das nicht für nötig. >>Dies war <<, schrieb Steinberg, >>das erste mal, das ich erkannte, dass Kunst diese neue Modalität annehmen könne, in der sie wie ein Satellit durchs Bewusstsein fliegen kann, ohne eine physische Tatsache zu sein.<< Rauschenberg sei die Zeichnung aber immerhin noch wichtig genug gewesen, so Godfrey, um sie in einen Goldrahmen zu stecken. (*1)

Angemerkt sei noch, das de Kooning Rauschenberg eine extra aufwendige Zeichnung gab, damit dieser ordentlich Arbeit hatte. Das war dann auch wohl der Fall. Rauschenberg arbeitete drei Wochen an dem Werk. (*2)

*1 Tony Godfrey, „Konzeptuelle Kunst“, Berlin, 2005 S. 64
*2 ebda.
*3 vergl. Danto ebda. , S. 97

kunst al danto

Donnerstag, Februar 1st, 2007

// oliver breitenstein

Arthur C. Danto behauptete in einem 1964 veröffentlichten Artikel, dass Kunst zu ebendieser dadurch werde, dass sie als Kunst wahrgenommen werde. Man müsse sie also in den Kunstkontext versetzen. Er schrieb, dass es etwas, „eine Atmosphäre künstlerischer Theorie, ein Wisssen von der Geschichte der Kunst: eine Kunstwelt“, nötig sei, damit etwas als Kunst angesehen werden könne.

20 Jahre später formulierte er die folgende Frage: wie man ohne Theorie eine bloße Leinwand, eine quadratische Bleiplatte, einen schräg stehenden Balken oder eine fallengelassende Schnur als Kunstwerk ansehen könne? Diese Frage sei eventuell in der ganzen Kunstwelt schon gestellt worden, ihm jedenfalls sei sie in der Ausstellung von Andy Warhol 1964 in der Stable Gallery endgültig bewußt geworden, als die Brillo Box tatsächlich die Frage stellte, warum sie ein Kunstwerk sei, wenn doch etwas anderes, das genau so aussah, keine Kunst war.
Damit schien ihm die Kunstgeschichte an einem Punkt gelangt zu sein, an dem sie sich ihrer eigenen Philosophie zu stellen hatte. Sie sei als Kunst so weit gegangen, wie man nur hätte gehen können. Indem sie sich nun der Philosophie zuwandte, sei die Kunst an einem Endpunkt angekommen von dem an Fortschritt nur noch auf einer Ebene abstrakten Selbstbewußtseins möglich sein würde, welches allein der Philosophie entspreche. Wollten Künstler an diesem Fortschritt teilhaben, hätten sie völlig andere Studien zu treiben als jene, auf die sie von Kunstakademien vorbereitet worden seien. Sie müssten Philosophen werden.

1* vergl. joseph kosuth “art after philosopy” , artforum international, 1969