ein ganz normaler junger, die cracksuppe und das gemüse
Donnerstag, März 15th, 2007wir sind voller vorfreude an diesem samstag, denn wir wollen heute unseren ersten poetry slam erleben. diese art von literatur kennen wir bislang nur aus den medien und nachdem wir ja eine woche zuvor gelegenheit hatten am hochamt georg kleins teil zu nehmen, bei dem nur weihrauch und myrre fehlten, um die mimesis des gottesdienstes perfekt zu machen, laufen wir nun in gespannter , aber gelöster stimmung zur gemüsekultur. allein der ort läßt schon etwas weniger weihevolles als das loungeambiente in der projektbar der skulpturprojekte vermuten. der großmeister der münsteranischen suhrkampkultur ist wahrscheinlich auch nicht zu erwarten und wir vermuten, es wird doch *hoffentlich* einiges zum lachen geben. endlich angekommen sind wir zunächst überrascht. dass die veranstaltung ein solches echo findet, haben wir nicht erwartet. es sind kaum noch frei plätze vorhanden. sofort fällt aber der kontrast zum literarischen hochamt auf, denn die leute sitzend ungezwungen plaudernd bis an die “bühne”. wir holen uns ein bier, nehmend wohlwollend zur kenntnis, dass es weder warsteiner noch krombacher ist und setzen uns an eine kleine theke auf der zwei kerzen stehen. auch auf den gemüsekisten rund um das publikum stehen kerzen in leeren weinflaschen. wie wir an unserem bier nuckelnd beobachten. und uns ein wenig patschuli charme zu verbreiten scheinen.
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