Archive for Februar, 2007

Textschnitt 1: Schreibende Sprache verführt zum Plagiat!

Mittwoch, Februar 28th, 2007

gustav2.jpg

28.02.2007 // Andreas Clausing

Gestern erhielt ich einen Brief.
Eine Kritik zu einem einzelnen Kapitel eines längeren Textes in Mache. Mache heißt hier: Mangel*. Ich lese im Brief: Es lassen sich zwei Arten von Sprache unterscheiden. Gesprochene und geschriebene Sprache. Mein Text sei gesprochene Sprache. Er sei hektisch. Und er könne ihn nicht leiden. Vielleicht, denke ich, hat der Kritiker mir sagen wollen, er könne mich nicht leiden. Ich sei ihm zu hektisch, rede zu viel dummes Zeug, das ich auch noch pausenlos wiederhole, jeden frühen Morgen auf die Leine in den Wind hänge. Jeden Morgen komme ich und hänge mein immer gleiches Zeugs öffentlich in den Wind. Die Strumpfwörter und Satzhosen und Zeichentücher. (more…)

was treibt ein künstler so?

Mittwoch, Februar 28th, 2007

Pony - Selfportrait as Andy Warhol, as Pony as Andy Warhol,
(c) r.porth

// oliver breitenstein

Was tut ein Künstler? Was ist Kunst?
Wenn es Kunst ist, was ein Künstler tut, wie von manchen behauptet, die es wissen müssen, bleibt die Frage offen, was ein Künstler ist. Diese wird auf vielfältige, mannighafte Weise in dem wunderbaren, von Koen Brams herausgegebenen Lexikon „erfundene Kunst“ beantwortet.
Nun mache ich mich der Hochstapelei schuldig und behaupte, ich sei ein Künstler- dabei lasse ich die Klärung der Fragen, was ich denn sei( an dieser Stelle sei zumindest der Hinweis gestattet, dass es so scheint, als wäre ich der Autor) und was „das ich“ sei, einmal außer acht. *1
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tagebuch eines kunstjunkies

Dienstag, Februar 27th, 2007

duchamp

1982, tübingen

// oliver breitenstein

heute morgen sind wir(hajrudin und ich)gegen 5.30 uhr in richtung tübingen losgefahren um uns die ausstellung von cezanne`s aquarellen anzuschauen. nach einer langen fahrt voller vorfreude erreichen wir gegen mittag tübingen und springen direkt aus dem wagen hinein in die kunsthalle. bei einem schnellen ersten rundgang durch die ausstellung zeigen sich bei hajrudin, der in seiner krankheit schon weiter fortgeschritten zu sein scheint, schon die ersten symptone. er wirkt wie betäubt vor den aquarellen und schildert auf nachfrage hin, einsetztende kopfschmerzen. hinzu kommen die typischen, nicht zu übersehenden merkmale wie leichtes zittern, nervöses vor- und zurücktreten vor den bildern(bewegungsunruhe), starrer blick und schweißausbrüche. ich bin mir nicht sicher, ob es der lange entzug war, der zu solchen effekten geführt hat oder eine zu hohe dosierung im moment schuld an der sympotmatik ist. ich selber bin noch , gott sei dank, relativ beschwerdefrei. ich schlage deshalb vor, kurz zu unterbrechen und erstmal was im benachbarten restaurant zu essen und einen kaffee zu trinken. ich hoffe, dass die wirkung der cezannedosis ein wenig abflaut und sich die lage etwas entspannen wird, so dass er sich wieder fängt und noch in der lage sein wird uns heil nach hause zu kutschieren. ich bete , dass ich nie so ein kunstjunkie werde.

 

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jeder ist ein künstler

Dienstag, Februar 27th, 2007

9panzerknacker1.jpg

hinein in den kaninchenbau

Donnerstag, Februar 8th, 2007

folge dem weissen kannichen in das rhizom und schluck ne blaue oder ne rote pille, morpheus ist eh ein arsch.

bulani vermittelt nicht nur übersichtlich das neuste zur kunst aus den online feuilletons.

cuba-cultur ausstellungen, neue musik, performance, mithin auch sonne art büro für kunstvermittlung

cinema noch nen kunstvermittlungsbüro, allerdings hauptsächlich auf film spezialisiert

theater don kidschote aktivierung des nachwuchses für künstlerisches erleben

glanz und gloria gelebte kunstvermittlung

pumpenhaus bretter, die die kunst bedeuten vermitteln auch tanz
*besondere empfehlung* die vom technikus kuratierte konzertreihe

kunstakademie münster unsere kleine künsttlerfarm

galerie rasche- es muß nicht immer zwirner sein- kunstvermittlung
vom besten

gleis22 - kunstvermittlung von der pike auf

harald funke - ein mann mit dem nötigen respekt für die kunst

lawrence lessig über die kreative zukunft und freie kultur . wer liebe alten kulturpraktiken true bleiben will schau hier.

ecriture im hexenkreis: netzliteratur.

noch ein bißchen netzliteratur.

Top Ten der Kunstwerke 12. Dezember 2005, 17.15 Uhr:

Freitag, Februar 2nd, 2007

Top Ten der Kunstwerke 12. Dezember 2005, 17.15 Uhr:

// oliver breitenstein

1. Ben Vautier -„Magasin de Ben
2. Timm Ulrichs - „Ich kann keine Kunst mehr sehen“
3. Marcel Duchamp - „Fountain
4. Gerhard Richter - „Atlas“
5. Pierro Manzoni - „Merde d` Artista“
6. Marcel Broodthaers - „Musée d´Art Moderne, Département des Aigles”
7. Sherrie Levine - „After Walker Evans“
8. Louise Lawler - “Big 2002 - 2003”
9. Rikrit Tiravanija - “Untitled, 1996 (tomorrow is another day)”
10. Cindy Sherman- “Untitled, #216, 1989

der tag, an dem die originalität starb und alle künstler weinten um sie.

Donnerstag, Februar 1st, 2007

ok, zurück in die zukunft, wir reisen per anhalter nach new york, ungefähr um das jahr 1980.
nachdem die konzept kunst und co die 70 jahre berherrscht haben, sieht es so aus als seien sie gescheitert. die totgesagte malerei beginnt sich neu zu formieren. Leute wie julien schnabel oder die neuen wilden, zu deren umkreis auch die medienmafia zählen dürfte, beherrschen in ausstellungen wie zeitgeist oder auch der documenta 7 (1982)von rudi fuchs das geschehen. die documenta wird in der arbeit “ölgemälde, hommage a marcel broodthaers” von hans haacke entprechend kommentiert.
jedenfalls ganz gallien, äh, das ganze bertriebssystem kunst scheint die rückkehr der malerei zu feiern, im scheinbaren gewand der postmoderne, das aus allerlei zitaten ein pastiche bildet, und nur ein kleines clübchen von intellektuellen um die zeitschrift “october” und die galerie metro pictures leistet tapfer widerstand. in einer engen zusammenarbeit zwischen kritikern, theoretikern und künstlern( zum beispiel douglas crimp(die ruinen des museums)*1, rosalind krauss(die originalität der avantgarde und andere mythen der moderne*1), buchloh, levine, lawler, prince, sherman, mccollum). (more…)

dada da ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht?

Donnerstag, Februar 1st, 2007

duchamp
l’ art est moi. m. duchamp

// oliver breitenstein

dada ist ein geisteszustand deshalb verwandelt es sich je nach rassen und den ereignissen.

tristan tzara, vortrag auf dem dada kongress 1922 in tristan tzara ” dada 7 manifeste” 3. erweiterte auflage hamburg, 1984

dada(dada alternativer verweis) als bewegung entstand ca 1916 in zürich und new york. von da aus breitete es sich weltweit aus. dada war das aufbegehren, die revolte gegen das bestehende kunstsystem , inklusive seiner theorien und konzepte.

in zürich traf sich ein zirkel von intellektuellen und künstlern in dem von hugo ball 1915 gegründeten lokal “cabaret voltaire”. ball selber stammte aus deutschland und hatte dort kontakt mit den künstlern der gruppe des blauen reiters (ua klee/kandinsky). ball veröffentlichte bald darauf(1916) die gleichnamige zeitschrift, welche als erste dadaistische publikation gilt.
dazu richard huelsenbeck:

dada wurde im frühjahr 1916 in zürich von den herren hugo ball, tristan tzara, hans arp, marcel janco und richard huelsenbeck in einer kleinen kneipe, dem cabaret voltaire, gegründet.

huelsenbeck schreibt weiter:
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fluxus

Donnerstag, Februar 1st, 2007

pony knipst die kunst aus
art: robert porth

// oliver breitenstein

wir reisen mal wieder durch den realitätstunnel in die 60 er jahre. es findet wieder mal ein versuch statt, dada traditionen auf internationaler ebene aufleben zu lassen. dieser aktuelle nennt sich fluxus. bei diesen neuen form handelt es sich um den versuch, die kunst letztendlich im alltag, im leben aufzulösen*1. dabei stehen prozesse und handlungen im vordergund, es geht also nicht darum ein meisterwerk zu schaffen. statt desen ist eben alles fließend, nicht in eine feste form gezwungen. sympathisch, ne?
fluxus bemüht sich auch mal wieder darum, die schubladen zwischen den kategorien der kunst(kunst/theater/musik usw) zu durchbrechen und auch das publikum einzubinden.

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konzeptuelle kunst

Donnerstag, Februar 1st, 2007

pony auch nicht

// oliver breitenstein

mit unserem nächsten lift springen wir nach bern und hoffen noch rechtzeitig zu der ausstellung ” when attitudes become form -live in your head” (wenn haltung gestalt annimmt- jetzt in deinem kopf) seit geraumer zeit von harry (harald szeemann) in der kunsthalle vobreitet wird. diese ausstellung war in mehreren bereichen wichtig, zum einem ist da die person harald szeemnann, der danach den berufsstand des freien kurators in leben ruft und seine “agentur für geistige gastarbeit” gündet, sein “museum der obsessionen” vorantreibt und die biennale in venedig mit seinem “appertutto” wiederbelebt. aber wieder zurück ins jahr 1969. szeemann reist durch die welt um eine neue kunst zu entdecken, eine kunst die sich vor allem durch konzepte, prozesse, situationen und information kennzeichnet.
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