Archive for März, 2007

susanne von bülow / gertrud neuhaus

Donnerstag, März 29th, 2007

bülow

Susanne von Bülow / Gertrud Neuhaus zeigen dem stets interessierten Publikum in der Parkscheibe72 ihre künstlerische Seite. Es ist anzunehmen, dass wieder alkoholische Getränke gereicht werden und es so ein rundum gelungener Abend wird.(es wurde gerüchteweise sogar gegrillt, tzt tzt)

PS: Der wahre Kunstfreund geht natürlich in die Eisenbahnstarasse an diesem Abend.

susanne von bülow/ gertrud neuhaus

Eröffnung 14.04.07 17 Uhr
Finissage 27.04.07 17 Uhr

parkscheibe72
augustastrasse 72
48153 münster

Cola Kreuze erleuchten Abtei

Sonntag, März 25th, 2007

cola kreuze

Ruppe Koselleck
die cola kreuze 1990 -2007

Der weltweit einzigartige Werkkomplex der Cola Kreuze, der auf Kosellecks unnachahmliche Weise die weltliche, dunkle Seite der Macht in Form des imperialistischen Multis Coca Cola mit den sublimen, mystischen Symbolen des Katholiszismus verbindet, wird in der Museums Abtei Liesborn gezeigt. Kreuz zu Kreuz. So ganz nebenbei und im Vorbeigehen reißt der Künstler noch auf humorvolle Weise die Thematik der Globalisierung an, doch hören wir ihn selbst:
” Für jedes Land der Welt mache ich ein Kreuz, bestehend aus landesüblichem Dosenblech, Nägeln und Holz - original aus all den Ländern, in denen Coca Cola einen nationalen Abfüller betreibt.”

Ruppe Koselleck - die cola kreuze

1.04 15 Uhr Einführung durch Dr. Bennie Priddy
1.04 - 6.05 2007

Museum Abtei Liesborn
Abteiring 8
59329 Wadersloh-Liesborn

Überlegungen zur Kunst in der implodierenden Welt

Mittwoch, März 21st, 2007

implodierende welt

Überlegungen zur Kunst in der implodierenden Welt

//sben

Die folgenden Zeilen sollen ein paar lose Gedanken dokumentieren, welche sich bei dem Versuch ergeben, die Kunst im „Zeitalter der Information“ und des Internet zu verorten. Es eröffnet sich mit diesem Fokus schnell ein assoziatives Geflecht aus zahlreichen Ansätzen, welche im Einzelnen zu verfolgen sicher lohnenswert erscheint. Jedoch würde eine Gesamtbetrachtung kaum differenziert anzustellen sein, wodurch eine Eingrenzung erfolgen muss. Im Folgenden soll zunächst eine oberflächliche Betrachtung der Medien geschehen, welche in einer groben Unterscheidung von undialogischen Massenmedien und polydirektionalen Medien (wie dem Internet) mündet. In Anknüpfung daran soll die Frage gestellt werden, welche Konsequenzen sich möglicherweise (es werden nur Teilaspekte betrachtet) für die Kunst, einen einzelnen Künstler oder ein Kunstsystem ergeben können.

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Schwer zu vermitteln

Montag, März 19th, 2007

kunst to go

rekord! arthur, odile und franz schafften den louvre in 9 minuten 43 sekunden.

Schwer zu vermitteln
Von Kunstvermittlung und Denkreihenfolgen

// Pascal Unbehaun

Wenn man nicht an zentraler Stelle von einem “besonderen Fokus auf der Kunstvermittlung” spricht, braucht man sich als Kurator anscheinend in der europäischen Ausstellungslandschaft nicht mehr blicken zu lassen. Dagegen ist natürlich zunächst mal nichts einzuwenden, schließlich klingt Vermittlung mindestens höchst unverfänglich, wenn nicht sogar volksnah und gleichsam Verantwortungs- und Qualitätsbewusst. Was vermittelt werden muss, kann ja nur tiefsinnig sein. Bei aller Verschiedenheit der Auffassungen über Vermittlung gibt es jedoch einen Konsens: erst kommt die Kunst, dann die Vermittlung. Diese Abfolge muss keineswegs zeitlich sein, aber inhaltlich: Die Kunst ist, wie sie ist, da kann man nichts machen. Und wird eben so gut es geht vermittelt.

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parkscheibe

Freitag, März 16th, 2007

parkscheibe

heute (16.03.07) eröffnet ein neuer raum für kunst und was sich so nennt in münster: die parkscheibe. in idyllischer lage direkt am südpark gelegen, bietet dieser raum ein kleines forum in gemütlicher atmosspähre um “irgendwas mit kunst” zu begegnen. die parkscheibe wurde auf betreiben von diversen designern, illustratoren, künstlern, architekten usw (kreatives pack eben) gegründet und eröffnet heute um 19 uhr mit einer installation, die die beteiligten vorstellt. am 14.04 geht es dann mit einer ausstellung von susanne von bülow richtig los. also popo in die lüfte schwingen und anschauen gehen. sonst erledigen wir das auch für sie.

16.03.07
vorstellung parkscheibe

14.04.07
susanne von bülow

parkscheibe
augustastrasse 72
48153 Münster

im web gibt es die parkscheibe leider noch nicht. tzt tzt.

edit: http://www.parkscheibe72.de/

ein ganz normaler junger, die cracksuppe und das gemüse

Donnerstag, März 15th, 2007

wir sind voller vorfreude an diesem samstag, denn wir wollen heute unseren ersten poetry slam erleben. diese art von literatur kennen wir bislang nur aus den medien und nachdem wir ja eine woche zuvor gelegenheit hatten am hochamt georg kleins teil zu nehmen, bei dem nur weihrauch und myrre fehlten, um die mimesis des gottesdienstes perfekt zu machen, laufen wir nun in gespannter , aber gelöster stimmung zur gemüsekultur. allein der ort läßt schon etwas weniger weihevolles als das loungeambiente in der projektbar der skulpturprojekte vermuten. der großmeister der münsteranischen suhrkampkultur ist wahrscheinlich auch nicht zu erwarten und wir vermuten, es wird doch *hoffentlich* einiges zum lachen geben. endlich angekommen sind wir zunächst überrascht. dass die veranstaltung ein solches echo findet, haben wir nicht erwartet. es sind kaum noch frei plätze vorhanden. sofort fällt aber der kontrast zum literarischen hochamt auf, denn die leute sitzend ungezwungen plaudernd bis an die “bühne”. wir holen uns ein bier, nehmend wohlwollend zur kenntnis, dass es weder warsteiner noch krombacher ist und setzen uns an eine kleine theke auf der zwei kerzen stehen. auch auf den gemüsekisten rund um das publikum stehen kerzen in leeren weinflaschen. wie wir an unserem bier nuckelnd beobachten. und uns ein wenig patschuli charme zu verbreiten scheinen.
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bildene kunst - die kunst sich zu bilden?

Donnerstag, März 15th, 2007

bildene kunst - die kunst sich zu bilden?

wie richard rorty sähen wir in der ständigen selbsterfindung, dem sich selber formen, eine bildene, schöpferische tätigkeit im sinne der guten alten bildung *gruss an alle cellospieler und weissweintrinker an dieser stelle*, hören wir IHN sagen. in dem wir von neugier angetrieben uns immer neue identitäten aneigneten, die uns umgebende welt ständig neu interpretierten und so unseren geist in bewegung hielten und ein einsehen in die zufälligkeit der biographischen lotterie hätten, schüfen wir ein plastisches werk, so ER. so werde uns klar, dass eine abschließende wahrheit immer die gefahr des totalitären enthalte und wahrheit nichts statisches sei, sondern etwas, dass wir mit zweifel beäugen müssten und von uns in einem art vertrag vereinbart werde, meint der künstler. somit sei die wahrheit veränderbar. da uns nun ständig zweifel an unseren eigenen endgültigen wahrheiten plagten, betrachteten wir uns distanziert, ironisch und seien bestrebt möglichst viele andere überzeugungen und weltsichten kennen zu lernen, uns zu bilden, so ER. indem wir uns in einem netz gegenseitiger bildung*1 bewegten, lernten wir ständig dazu und interpretierten die welt ständig neu. bestenfalls würde uns dies zu einer liberalen und toleranten gesellschaft führen, teilt ER uns mit. man ist fast versucht auszurufen: anarchie ist machbar. doch im moment scheinen die paranoiden auf allen seiten genau dies zu verhindern und wieder zu versuchen eine eindimensionale, totale weltsicht (”große erzählung“) durchzusetzen. die documenta 12 scheint mit ihrem vermittlungs- und bildungsbegriff in eine ähnliche richtung wie rorty zu zielen.

*1 und frei nach dem alten motto: “each one teach one” bemüht seien, die eine möglichst hirachiefreie form der bildung zu etablieren, in der keiner einen bevorzugten zugang zu wahrheit, der kunst oder der literatur habe.

Kunstvermittlung und Humor

Donnerstag, März 8th, 2007

martha performance

Foto: Mo_WNB

Kunstvermittlung und Humor

//siku

Lässt sich Kunst noch vermitteln, wo sie doch im Auge des Betrachters liegt?
Kunst war jederzeit erklärungsbedürftig, jedoch zeitgenössische Kunst ist ohne Theorie kaum oder viel zu selten greif- und vermittelbar. Sehen wir nur noch was wir wissen?
Über Besuchermangel können sich Museen, besonders dann, wenn sie populäre Ausstellungen anbieten nicht beschweren. Schwieriger wird es da schon Besucher von zeitgenössischen Kunstausstellungen zu erreichen. Man geht zwar gern zu einer Vernissage oder der immer beliebter zu werden scheinenden Finissage zur Entspannung, doch für ästhetische Diskussionen fühlt sich der Besucher in der Regel nicht zuständig. Kunst wird gemeinhin als kulturelles Spitzenangebot aufgefasst, das von Besucherseite gesehen ohne das Offenbaren persönlich empfundener Bildungslücken zu überstehen ist. Eine gute Gelegenheit, sich einem drohenden Diskurs über Kunst zu entziehen, ist die Aussage „kenn ich schon, ist ja nichts Neues“.

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Textschnitt 3: Notizen nach 2 ImproSets mit Werner Cee und Martin Speicher.

Dienstag, März 6th, 2007

chin in reception

Textschnitt 3: Notizen nach 2 ImproSets mit Werner Cee und Martin Speicher.

// Andreas Clausing (März 2007)

… reduzieren sich die sogenannten Improvisationen auf mehr oder minder schwächliche Umschreibungen der Grundformeln, unter deren Hülle das Schema in jedem Augenblick hervorlugt.
(Theodor W. Adorno)

What king of fuckery is this?
(Amy Winehouse)

Es ist immer wieder erstaunlich, inwieweit die längst schal gewordene Differenzierung kultureller Güter – und hier im Besonderen im Spektrum der Musik – zwischen e und u in der konkreten Praxis sich noch in der Haltung eines Publikums* widerspiegelt, nicht aber in der Musik selber. E und u realisieren sich zuvorderst als Selbstcharakterisierung eines sich wichtig nehmenden Publikums (im Unterschied zu einem wichtig seienden Publikum): Das Ernst-Nehmen der Schnulze Tannhäuser, die Stirnfaltenlegung bei einer georgelten Brucknersinfonie, die Klassifizierung postmoderner Kopiaturen als hochkulturelle Nische der Neuen Musik. Hier finden sich elitäre Plattformen einer elitären Sozialität. Im Grunde aber ist diese Eingrenzung nur ein Relikt einer Bürgerlichen Emanzipation gegenüber der Höfischen Kultur. Tendenziell existierte lediglich eine fließende Unterscheidung zwischen erhabener (religiöser, göttlicher) und irdischer Verschwendungsmusik. (more…)

This Place is my Place - Begehrte Orte

Dienstag, März 6th, 2007

This Place is my Place - Begehrte Orte
Kunstverein Hamburg, 27. Januar bis 06. Mai 2007

Yael Bartana, Ursula Biemann, Armin Linke, Dan Perjovschi, Marjetica Potrc, Sean Snyder

//dju

Als erstes fällt auf, dass der Kunstverein den Zugang zu den Erdgeschoss-Räumen versperrt hat - um diese zu betreten muss man das Gebäude verlassen und umrunden. Wir gehen, den Erklärungstext ignorierend, in den 1. Stock zur Hauptausstellung. Die große Wandarbeit von Dan Perjovschi im Eingangsbereich kann uns nicht gerade überzeugen, und Yael Bartana verschiebe ich auf später, da gefiel mir schon die Einzelausstellung im Sommer nicht besonders. Im mittleren Bereich befinden sich die Arbeiten von Armin Linke und Marjetica Potrc. Letztere verarbeitet die in Prishtina/Kosovo wildwuchernden Architekturstile als Sinnbild eines zerfallenen Staates - und einer zerfallenden Moderne. Ihr Objekt “Prishtina House” ist zudem auf autonome Energieversorgung angelegt und wirkt gleichzeitig künstlich und authentisch. Man würde den Generator gern selbst anwerfen. Wie sich der Hintergrund der Arbeit einem durchschnittlichen Besucher erschließen soll bleibt allerdings im dunklen. Hier wäre mehr Vermittlung(tm) vonnöten. (more…)