Archive for Mai, 2008

Die kleine Ausstellungshalle in unserer Stadt

Samstag, Mai 31st, 2008

schlumpfhausen wird siegen

//ob
Die kleine Ausstellunghalle zeigt “Superpositionszustand” von Markus Hahn - zu finden unter Club 69. Und greift auf unaufgeregte Art und Weise die Verflachung unserer Welt auf. Ev. sind wir wirklich auf einer Flugscheibe unterwegs und wissen es nicht? In der Ausstellung wird anhand eines symbolischen Transfers von Muenster(Texas) nach Münster (Westfalen) die fortschreitende Entortung deutlich gemacht. Die blaue Murmel hier wird immer mehr zu einem homogenen Themenpark, in dem für wirkliche Alternativen kein Platz mehr bleibt. Orte und Räume werden zu Unräumen, die immer weniger Ortspezifisches an sich haben. (more…)

Kunstratatouille

Freitag, Mai 30th, 2008

Verschiedene bahnbrechende Ausstellungen harren dieses Wochende ihrer Eröffnung.
Zunächst mal gibt sich der Club69 mal wieder die Ehre und zeigt:

Markus Hahn

superpositionszustand

30.Mai bis 8.Juni
Eröffnung 30. Mai 20 Uhr

Friderich Ebertstr. 69
Münster

Mehr: http://www.clubneunundsechzig.de/

Und dann kommt nicht Luis um seine außerirdischen Kohlköpfe zu treffen, sondern die Kunst.
Kunst trifft Kohl eröffnet am Sonntag. Aus verläßchlicher Quelle (Herr B.) wird berichet, dass unser alter Mitstreiter und Dadaist Helmut Buntjer zu Eröffnung musizieren wird. Offiziell wird um 17 Uhr in der Kleingartenanlage “Am Bergbusch” eröffnet. Wann die Posaune oder was auch immer erschallt, ist noch nicht endgültig entschieden. Jedenfalls konnte Herr B. keine exakte Auskunft geben. Sollte allerdings zeitnah geschehen.

lets get stoned

Und zum Schluss noch ein kleines Schmankerl: Unsere Eröffnungsrede der Ausstellung “Wenn Steine sprechen” von Vera Stöckmann in der Meerwiese.

Adresse:
An der Meerwiese 25
48157 Münster

Sprechzeiten/ Öffnungszeiten:
Donnerstag: 14 - 17 Uhr
und nach Vereinbarung

Der Künstler ist ein Schauspieler, der die Rolle eines Künstlers spielt.

Donnerstag, Mai 29th, 2008

immer diese kunst, die will doch keiner sehen

Oder die Bekenntnisse des Hochstaplers Oliver Breitenstein.

Es wird Zeit, mal wieder meiner Lieblingfrage nachzugehen: Was macht den Künstler zum Künstler? Da gibt es ja ne Menge möglicher Antworten, leider ist mir bisher keine allgemeingültige untergekommen und falls ich jemals die Idee hatte, dass es eine solche gäbe, habe ich mich schon lange davon verabschiedet.

So wäre die Frage, etwa so zu beantworten, dass ein Künstler jemand sei, der Kunst mache. Ok, watt is dann Kunst? Die Antwort ist ganz einfach: Kunst ist, was der Künstler im Atelier macht.

wassen kunst?

Also scheint das Atelier der zentrale Begriff zu sein, um das Rätsel der Kunst zu lösen? Ohne Atelier keine Kunst? Bye, bye Richard Long und Andy Goldsworthy. Vorbei die gute alte Zeit, als alles noch “Live in Your Head” passierte und dass der Kopf der Ort - womöglich das Atelier- war in dem Kunst geschah. Vorbei, dass Prozesse, Situationen, Haltungen und Attitüden über Produkten standen. Wahrlich keine Welt für alte Künstler. (more…)

In the red corner: David Berrrrrrrrrrrrrrrrrman, in the blue corner Richard Rorrrrrrrrrrrrrrrrrrrrty

Donnerstag, Mai 29th, 2008

Unser heutiger Besinnungsaufsatz wurde von diesem Interview ausgelöst und beschäftigt sich der Frage, ob es wünschenswert ist, sich mit Kultur zu beschäftigen oder ob dies zu einer Form des Eskapismus führt. Das ist natürlich für mich als egozentrischen Autisten besonders interessant.
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Wenn aus Haltung Schaum wird

Mittwoch, Mai 28th, 2008

Tüv

Im Cuba Cultur in Münster kann man eine gelungene Reflexion darüber sehen, was es heute ausmacht Künstler zu sein. Der Ernst, mit dem damals in Bern die Attitüden Form wurden, wird hier zu Schaumparty. Als erstes mal heißt es scheinbar, dass man sich von seinen Überzeugungen verabschiedet und aus diesen Schaum und Seifenplatzen werden lässt. Seifenplatzen eines Ruhmes der sich in irgendwelchen Bestenlisten von omminösen Magazinen wie Capital - sprich in den Sprachrohren des Klassenfeindes- äußert. (more…)

Dinosaur Senior

Mittwoch, Mai 28th, 2008

dinosaur senior

All denen, die sich fragen, was heute noch unabhängig und frei, neudeutsch indie ist und sich bei der Beantwortung dieser Frage nicht mit einem Guitarrenriff oder einem Musikstil zufrieden geben, sei kurz von Herrn Mascis berichtet. Jener kommt dem Durschnittsalter seines Publikums entsprechend in einem Rolling Stones Shirt auf die Bühne. Während eben sein Publikum Sonic Youth auf dem Shirt stehen hat, am besten selbst gesprüht. Dazu trägt er - ganz dem Lifestyle und Topmodellwahn entgegensetzt - sichtlich Plautze und Brille. Sicher, wer solch herrlichen Krach auf der Guitarre produziert, kann sich jeder Erwartungshaltung versagen. Besonders denen von Heidi Klum. Aber ebenso denen, den gängigen Klischees eines Independentrockstar entsprechen zu müssen und stattdessen locker dem Golf spielen zu fröhnen. Es war auffallend wohltuend jemanden zu sehen, der scheinbat autonom ist und einfach sein Ding macht ohne sich darum zu scheren, was man jetzt so macht. Manch einer mag das für engstirnig, arrogant oder verbohrt halten, aber der hat noch nicht die Macht der kreischenden Guitarren vernommen. Gepaart mit Neil Youngartigen Nuschelgesang ergibt das eine verdammt rockbare Mischung. Gerüchteweise sollen sogar Leute beim tanzen erwischt worden sein und zwar nicht nur beim rhytmischen Klopfen mit der rechten Hacke.