büro für kunstvermittlung? what the fuck?
das büro für kunstvermittlung
wird oliver breitenstein betrieben. im mittelpunkt der aktivitäten des büros steht der vermittlungsbegriff. ursprünglich unter dem programmatischen namen „rhizom“ ins leben gerufen, werden bestimmte aspekte dieses begriffes im büro verwirklicht. zum einem ist dies der gedanke der verflechtung und vernetzung, zum anderen sind das der aspekt des nomadischen, der ständigen de- und reterritorialisierung, sowie die das ersetzen des hierachischen durch eine herrschaftsfreie situation.
die vernetzung soll auf verschiedenen ebenen erreicht werden, zunächst einmal sollen künstler aus allen bereichen mit einander in kontakt kommen und eine plattform für sie geschaffen werden, die es ihnen ermöglicht ihre projekte vorzustellen. zum anderen sollen über diese plattform menschen erreicht werden, die normalerweise nicht in ein konzert für neue musik oder in ein museum für zeitgenössische kunst gehen würden. das büro versucht aber gerade durch synergieeffekte diese leute anzusprechen und ihnen den zugang zu dem „fremden“ zu erleichtern. um dieses anliegen zu unterstützen hat das büro sich entschlossen, eine art „club“ atmospähre zu schaffen, die den unverkrampften umgang miteinander erleichtern soll.
dazu gehört auch eine kleine bibliothek in der betrachter sich informieren kann. um diesen bildungsgeedanken zu unterstützen und den betrachtern die möglichkeit zu geben, sich über ihre erfahrungen mit der kunst möglichst zwanglos auszustauschen bietet das büro gesprächsrunden an, die selbsthilfegruppen der anonymen kunstabhängigen. da das büro den vermittlungsbegriff aber darüber hinaus als zentral ansieht, wird deshalb immer ein betreiber des büros anwesend sein und den rezipienten als ansprechpartner zur verfügung stehen. das büro hofft, das so die gewöhnlich herrschende hierachie zwischen betrachter und publikum gebrochen werden kann und eine ideale, herrschaftsfreie sprechsituation entsteht, die einen für alle fruchtbaren gedankenaustausch ermöglicht und so eine diskursive plastik enstehen läßt..
das nomadische des büros wird in der räumlichen situation deutlich. das büro zieht immer nur für einen kurzen zeitraum in leere ladenlokale und bespielt diese mit kunst. nach diesem temporären gestalt werden verschwindet das büro vorübergehend um sich dann woanders wieder neu zu materialisieren. das bespielen der der leerräume mit kunst setzt ein zeichen gegen die zunehmende verödung unserer innenstadt und zeigt so, das münster auch jenseits von stadttheater und landesmuseum ein lebendiges kulturelles klima zu bieten hat. das büro ist aber überdies auch mit anderen in- und ausländische städten verpflochten und vor allem existiert es neben diesen materiellen formen als konzept und idee auf diesen server und strahlt wie ein leuchtturm der exellenz in das größte rhizom der welt.
im programm des büros finden sich unter anderem performance, musik, video, lesungen, installationen und malerei.