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Ich begrüße Sie im Büro für Kunstvermittlung von Oliver Breitenstein. Entschuldigung, ich meine, im Kulturzentrum Cuba zur Ausstellung des Fotographen Ralf Emmerich, der in einer Serie den Künstler Oliver Breitenstein beim betrachten von Kunst mit seiner Kamera festgehalten hat. Festgehalten beim Betrachten von Kunst zum Beispiel im Westfälischen Kunstverein oder in der Galerie Rasche. Nein. Entschuldigen Sie erneut, ich meine, ich begrüße Sie zu einer Gruppenausstellung u.a. von Martin Brüger und Antonia Low, die der Kunstvermittler Oliver Breitenstein ermöglicht hat.
Nun, ich höre auf dem Spiel, aber Sie ich glaube sehen, worauf ich hinaus will. Also noch einmal:
Ich begrüße Sie zu der Foyerausstellung „Aristoteles muß chillen“ des Konzeptkünstler Oliver Breitenstein.
Oliver Breitenstein hat in unseren Räumen sein Büro für Kunstvermittlung eingerichtet, das ab dem Frühjahr wieder in seinen herkömmlichen Räumen auf der Warendorfer Str. zu finden ist.
Das Büro für Kunstvermittlung besitzt leider noch keine Heizkörper, so dass der Künstler, sozusagen momentan mit seinem Büro „on tour“ ist und für die nächsten sechs Wochen in unseren Räumen sein Domizil gefunden hat.
Nun, was ist die Dienstleistung, die das Büro für Kunstvermittlung anbietet? Was bietet Oliver Breitenstein an? Der Künstler, der selber gerne Ausstellungen besucht und Kunst betrachtet, hat erkannt, das die meisten Ausstellung schlecht besucht sind und wenn sie besucht werden, so nehmen sich die Besucher wenig Zeit für die Ausstellung. Der Künstler, der die Kunst schätzt und ihnen die notwendige Annerkennung zukommen lassen möchte, hat sich nun, auch um gegen diese Kunstbetrachtung „to go“ ein Zeichen zu setzen, eine neue Geschäftidee gefunden.
Oliver Breitenstein schaut Kunst auch für Sie!!!
Das Ergebnis zweijähriger Kunstbetrachtung können sie in dem vorderem Raum nun im Schnelldurchgang, als „Best of“ betrachten und den Künstler nach seinem Urteil der einzelnen Ausstellung nun vor Ort befragen. Sie können natürlich auch in den nächsten Wochen zur Selbsthilfegruppe der Anonymen Kunstabhängigen kommen und mit Oliver Breitenstein über die ihre Probleme mit der Kunst diskutieren.
Zu guter Letzt haben Sie aber auch die Möglichkeiten selber Oliver Breitenstein beim Betrachten von Kunst zu betrachten und sich zu Fragen, wer denn nun der Künstler ist:
Ist es Ralf Emmerich, der die Fotos von Oliver Breitenstein beim Betrachten von Kunst gemacht hat, ist es Oliver Breitenstein, der die Betrachtung von Kunst zur Konzeptart erklärt oder sind es die Künstler, dessen Objekte die Kamera und das Auge Oliver Breitensteins festgehalten hat? Oder alle?
Oliver Breitenstein, und jetzt werden wir ein wenig deutlicher, hat sich die Kunst der Anderen angeeignet. Er nutzt sie und stellt sie aus.
Haben wir mit Oliver Breitenstein also eines dieser gefährlichen Subjekte vor uns, welche als Raubkopierer bezeichnet werden Die Einladungskarte, im Stil eines Steckbriefes und das Plakat der „Initiative zum Schutz des Originals“ im vorderen Foyer, direkt neben der Behindertentoilette, lassen das vermuten.
Oliver Breitenstein spielt in seiner Ausstellung ironisch mit der Raubkopierer Debatte und hinterfragt durch seine Rollenwechsel mal als Kunstvermittler, als Betrachter als Künstler den kreativen Akt an sich. Wenn er auf den Bildern selber als Kunstbetrachter auftaucht distanziert er sich von seiner Position als Künstler. Der Künstler betrachtet sich selber in der 3. Person, eben als Kunstbetrachter und kann so seine Kunst und die Kunst an sich hinterfragen.
Persönlich sehe ich Oliver Breitensteins Ausstellung als ironisch philosophisches Spiel über die Rolle des Künstlers und seine Legitimation. Nun, ich werde nächste Woche zum Stammtisch gehen und mit Oliver Breitenstein über diese Sicht diskutieren und würde mich freuen, wenn sie auch kommen.
//Andreas Weber


